Jeden Tag sind Millionen Menschen weltweit auf der Straße unterwegs – zu Fuß, auf dem Fahrrad oder im Fahrzeug. Verkehrssicherheit ist deshalb weit mehr als ein technisches Thema: Es geht um den Schutz von Leben. Wir bei Daimler Truck sehen es als unsere Verantwortung, das Verkehrsgeschehen für alle sicherer zu machen. Mit innovativen Sicherheits- und Assistenzsystemen, Technologien für autonomes Fahren und unserem Leitbild „Vision Zero“ setzen wir uns konsequent dafür ein, Unfälle zu vermeiden – und das Risiko für alle Verkehrsteilnehmenden weiter zu senken.
Verkehrssicherheit
Sicher unterwegs mit Daimler Truck
Wir verfolgen die „Vision Zero“, das heißt unser Ziel sind “null Unfälle” mit unseren Lkw und Bussen. Damit unterstützen wir die „Vision Zero“ der Europäischen Union, die bis 2050 die Zahl der im Verkehr Verunglückten auf Null reduzieren will. Als Zwischenziel sollen bis 2030 die verkehrsbedingten Todesfälle und Verletzungen um 50 Prozent verringert werden.
Um diesem Ziel näherzukommen, braucht es ein ganzheitliches Sicherheitskonzept. Wir leisten unseren Beitrag, indem wir bestehende Konzepte und Technologien zur Erhöhung der Verkehrssicherheit konsequent weiterentwickeln, neue Systeme auf den Weg bringen und das autonome Fahren vorantreiben.
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Aktive Sicherheit und Assistenzsysteme
Aktive Sicherheitssysteme leisten einen zentralen Beitrag zur Verkehrssicherheit – insbesondere bei Lkw und Bussen, deren Größe und Gewicht das Risiko schwerer Unfallfolgen erhöhen. Ziel von Daimler Truck ist es, Unfälle möglichst zu vermeiden oder ihre Schwere deutlich zu reduzieren. Davon profitieren Fahrerinnen und Fahrer ebenso wie Fahrgäste, andere Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt unsere Kunden entlang der Transportkette.
Daimler Truck entwickelt und verbessert aktive Sicherheitssysteme kontinuierlich. Neue Technologien werden umfassend erprobt, bevor sie in den Markt kommen: Allein zwischen 2020 und Ende 2024 waren weltweit 97 Erprobungsfahrzeuge im Einsatz, die mehr als acht Millionen Kilometer vor dem ersten Kundeneinsatz zurücklegten. Ergänzend erfolgen Kundentests, um neben der technischen Funktionalität auch die Alltagstauglichkeit sicherzustellen.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer. Bremsassistenzsysteme wie Active Brake Assist (Lkw) und Preventive Brake Assist (Bus) können innerhalb ihrer Systemgrenzen Fußgänger und Radfahrer erkennen und entsprechend reagieren. Der Active Side Guard Assist unterstützt beim Abbiegen und kann Kollisionen mit Radfahrern vermeiden oder deren Folgen mindern. Viele dieser Technologien haben sich im Markt etabliert und gelten heute als Branchenstandard.
Im Jahr 2024 hat Daimler Truck ein umfassend überarbeitetes Active-Safety-Paket in mehreren Baureihen eingeführt. Es erfüllt die Anforderungen der europäischen General Safety Regulation (GSR) und umfasst unter anderem eine Rückfahrkamera sowie eine erweiterte Nahbereichsüberwachung für gefährdete Verkehrsteilnehmer. Bestehende Systeme wurden zudem gezielt weiterentwickelt: Der Active Side Guard Assist 2 überwacht nun beidseitig den Nebenbereich des Fahrzeugs, der Active Drive Assist 3 kann ausstattungsabhängig bei höheren Geschwindigkeiten einen Spurwechsel verhindern, wenn andere Verkehrsteilnehmer erkannt werden, und der Active Brake Assist 6 reagiert noch präziser auf Fußgänger und Radfahrer – ermöglicht durch Sensoren neuester Generation und eine leistungsfähigere zentrale Verarbeitungseinheit.
Ergänzend zu den aktiven Sicherheitssystemen unterstützen Assistenzsysteme die Fahrerinnen und Fahrer bei der Fahraufgabe. Sie fördern Aufmerksamkeit, beugen Ermüdung vor und unterstützen eine angepasste Fahrweise – etwa durch Verkehrszeichenerkennung, prädiktive Funktionen, verbesserte Rundumsicht oder intelligente Lichtsysteme.
Ein weiterer Schritt in Richtung vernetzter Sicherheit ist das erstmals 2024 im eActros 600 eingeführte System Connected Traffic Warnings. Es nutzt mobilfunkbasierte Vehicle-to-Everything-Kommunikation (V2X), um frühzeitig vor sicherheitsrelevanten Situationen wie Stauenden, Starkregen, Tagesbaustellen oder liegengebliebenen Fahrzeugen zu warnen.
Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung aktiver Sicherheits- und Assistenzsysteme verfolgt Daimler Truck das Ziel, Verkehr sicherer zu machen – für alle, die täglich auf unseren Straßen unterwegs sind.
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Passive Sicherheit
Passive Sicherheitssysteme entfalten ihre Schutzwirkung dann, wenn ein Unfall trotz aller präventiven Maßnahmen nicht mehr verhindert werden kann. Ihr Ziel ist es, die Folgen eines Aufpralls zu begrenzen und das Verletzungsrisiko für Fahrerinnen und Fahrer, Fahrgäste sowie weitere Unfallbeteiligte möglichst gering zu halten.
Bei Daimler Truck basiert die passive Sicherheit auf einem ganzheitlichen Schutzkonzept. Zentrale Elemente sind aktive Rückhaltesysteme wie Fahrerairbags sowie Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern. Ergänzt werden diese durch ein auf hohe Steifigkeit ausgelegtes Crashkonzept der Fahrerkabine, das Kräfte gezielt aufnimmt und ableitet. Energieabsorbierende Strukturen tragen zusätzlich dazu bei, die bei einem Aufprall wirkenden Belastungen zu reduzieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Minimierung indirekter Verletzungsgefahren. Dazu gehören die sichere Auslegung und Gestaltung von Komponenten im Fahrerhaus-Interieur, umfassende Brandschutzkonzepte sowie – bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben – Maßnahmen wie die automatische Abschaltung von Hochvoltsystemen im Falle eines Unfalls.
Mit diesem integrativen Ansatz verfolgt Daimler Truck das Ziel, auch in Ausnahmesituationen ein hohes Maß an Schutz zu bieten und die Verkehrssicherheit ganzheitlich zu stärken.
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Rettung und Bergung erleichtern
Ein zentraler Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit von Daimler Truck ist die Unterstützung von Rettungs- und Bergungskräften. Durch gezielte Informationen und technische Maßnahmen tragen wir dazu bei, dass Hilfe nach einem Unfall schnell, sicher und effektiv geleistet werden kann.
Daimler Truck stellt Rettungskräften und Bergediensten umfangreiche fahrzeugspezifische Informationen zur Verfügung – darunter Rettungsleitfäden und Rettungskarten sowie Abschlepp- und Bergungsbroschüren. Ein detailliertes Verständnis der Fahrzeugstruktur und der verbauten Sicherheitssysteme ermöglicht es Einsatzkräften, schneller Zugang zu verletzten Fahrerinnen, Fahrern oder Fahrgästen zu erhalten und Risiken am Einsatzort besser einzuschätzen.
Darüber hinaus unterstützen verschiedene fahrzeugseitige Funktionen die Arbeit der Rettungskräfte unmittelbar nach einem Unfall. Dazu zählen unter anderem das automatische Einschalten der Warnblinkanlage zur Absicherung der Unfallstelle sowie das automatische Entriegeln der Zentralverriegelung nach einer erkannten Kollision.
Zum Schutz von Einsatzkräften und anderen Verkehrsteilnehmern sind unsere Fahrzeuge zudem mit sicherheitsrelevanten technischen Maßnahmen ausgestattet. Hierzu gehören unter anderem Hochvolt-Rettungstrennstellen, eine automatische Anprallerkennung sowie die Abschaltung von Hochvoltsystemen bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.
Mit diesem Zusammenspiel aus Information, Technik und Systemwissen leistet Daimler Truck einen wichtigen Beitrag, um Rettungs- und Bergungsmaßnahmen sicherer zu gestalten – und wertvolle Zeit zu gewinnen, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.
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Autonomes Fahren für mehr Verkehrssicherheit
Autonomes Fahren bietet das Potenzial, den Straßenverkehr grundlegend sicherer zu machen. Daimler Truck entwickelt autonome Lkw gemäß SAE Level 4, die für den Einsatz ohne Fahrer in definierten Anwendungsfällen ausgelegt sind und höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen. Ziel ist es, den US-Markt ab 2027 zu erschließen.
Sicherheit steht bei der Entwicklung autonomer Fahrzeugsysteme an erster Stelle. Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme sind zentrale Enabler auf dem Weg zum autonomen Fahren und leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Unfallvermeidung. Autonome Systeme können zudem menschliche Risikofaktoren wie Müdigkeit oder Unaufmerksamkeit ausschließen und damit das Unfallrisiko weiter reduzieren.
Ein wesentlicher Baustein ist der „autonomous-ready“ Freightliner Cascadia, der auf dem Flaggschiff-Modell der Marke Freightliner basiert. Sicherheitsrelevante Funktionen wie Lenkung und Bremse sind redundant ausgelegt und jeweils in zweifacher Ausführung vorhanden. Die Systeme werden kontinuierlich überwacht und ermöglichen es dem Fahrzeug, bei Störungen oder Fehlern weiterhin kontrolliert und weitgehend sicher zu reagieren. Damit ist der Cascadia für die Integration autonomer Software, Hardware und leistungsfähiger Rechensysteme vorbereitet.
Die Redundanz sicherheitskritischer Systeme ist ein entscheidender Schritt in Richtung eines möglichst unfallfreien Fahrens. Sie trägt dazu bei, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und schafft die Voraussetzungen für den zuverlässigen Betrieb autonomer Lkw.
Seit der Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an TORC Robotics, Inc. im Jahr 2019 treibt Daimler Truck die Entwicklung des autonomen Fahrens konsequent voran. Bereits heute wurde erfolgreich demonstriert, dass autonomes Fahren auf US-Highways inklusive Auf- und Abfahrten sicher möglich ist.
Neben dem Sicherheitsgewinn können autonome Lkw auch zur Bewältigung wachsender Transportvolumina beitragen, die Effizienz im Güterverkehr steigern und Kunden dabei unterstützen, dem zunehmenden Fahrermangel zu begegnen. Daimler Truck sieht autonomes Fahren daher als wichtigen Baustein für eine sichere, leistungsfähige und zukunftsfähige Mobilität.
Unsere Ambitionen auf einen Blick
- Wir verfolgen die „Vision Zero“, das heißt unser Ziel sind “null Unfälle” mit unseren Lkw und Bussen.
- In unseren Kernmärkten in Europa, den USA und Japan wollen wir bis 2030 mindestens 80 % unserer ausgelieferten Fahrzeuge mit aktiven Sicherheitsassistenzsystemen ausstatten, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen – sowohl in ihrer Leistung als auch im Anwendungsbereich.
- Wir wollen ab 2027 in den USA autonome Lkw auf den Markt bringen.