FAQ zur Abspaltung der Daimler Truck Group

Fragen & Antworten allgemein

Daimler durchläuft einen grundlegenden Wandel der Unternehmensstruktur, um das volle Potenzial seiner Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses in der Zukunft auszuschöpfen. Daimler Truck erlangt durch die Abspaltung volle unternehmerische Freiheit sowie eine eigenständige Corporate Governance-Struktur mit einem unabhängigen Aufsichtsratsvorsitzenden. Das Unternehmen beabsichtigt, Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen, indem es seine strategischen Pläne noch schneller umsetzt, seine Profitabilität erhöht und die Entwicklung von emissionsfreien Antriebstechnologien für Lkw und Busse weiter vorantreibt. Daimler Truck kann als unabhängige Einheit den erforderlichen technologischen Wandel deutlich effektiver gestalten als in einem Konzernverbund – mit einer starken Nettoliquidität und ohne die Einschränkungen einer Konglomerats-Struktur.

Die Aktionäre der Daimler AG (zukünftig: Mercedes-Benz Group AG) haben mit großer Mehrheit eine historische Neuausrichtung beschlossen. Für die Abspaltung des Lkw- und Bus-Geschäfts mit anschließender Notierung der Daimler Truck Holding AG als eigenständiges Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse sprachen sich 99,90% des vertretenen Grundkapitals bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Oktober 2021 aus.

Das Nutzfahrzeuggeschäft wurde durch die Abspaltung aus dem Daimler Konzernverbund herausgelöst und die Aktionäre der Daimler AG erhielten in diesem Zuge Aktien an der Daimler Truck Holding AG. Die Daimler AG hält nach der Abspaltung 35 % der Anteile an Daimler Truck Holding AG, wovon 5 % an den Daimler Pension Trust e.V. übertragen werden.

Die Umsetzung der Separierung im Wege der kombinierten Abspaltung und Ausgliederung nach dem Umwandlungsgesetz lag im besten Interesse der Daimler AG, des Daimler-Truck-Konzerns und ihrer Aktionäre. Hierfür waren insbesondere die folgenden Gründe ausschlaggebend:

  • Transaktionssicherheit: Die erfolgreiche Durchführung einer kombinierten Abspaltung und Ausgliederung ist nicht in gleichem Maße von einem positiven Kapitalmarktumfeld abhängig, wie dies bei einem öffentlichen Angebot der Aktien im Zuge eines IPO, bei dem ein Verkauf der zu platzierenden Aktien erforderlich ist, der Fall wäre, und bietet daher ein hohes Maß an Transaktionssicherheit. Die Börseneinführung der Daimler Truck Holding AG verlief im Rahmen der Abspaltung entlang eines klar definierten Fahrplans, der sowohl der Daimler AG als auch der Daimler Truck Holding AG eine verlässliche Planungsgrundlage verschaffte.
  • Klarheit und Gestaltungsspielraum hinsichtlich des Verhältnisses von Daimler-Konzern und Daimler-Truck-Konzern: Bei einer kombinierten Abspaltung und Ausgliederung konnte die Beteiligung der Daimler AG an der Daimler Truck Holding AG bereits im Vorfeld sicher und exakt festgelegt werden. Bei einem IPO wäre der Umfang der bei der Daimler AG (mittelbar) verbleibenden Beteiligung demgegenüber von der jeweiligen Aufnahmebereitschaft des Marktes abhängig gewesen. Mit der kombinierten Abspaltung und Ausgliederung und dem Abschluss einer Entkonsolidierungsvereinbarung konnte somit frühzeitig Sicherheit im Hinblick auf die Beteiligungsstruktur und die Leitung des Daimler-Truck-Konzerns geschaffen werden.
  • Außerdem mussten Daimler-Aktionäre kein zusätzliches Geld für die Transaktion in die Hand nehmen. Die Zuteilung der Aktien der Daimler Truck Holding AG erfolgte für die Aktionäre der Daimler AG, deren Aktien sich in Girosammelverwahrung befanden, über die Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, automatisch.

Fragen & Antworten technisch

Mit der Abspaltung erhielten die Aktionäre der Daimler AG Anteile an der Daimler Truck Holding AG. Die Daimler Truck Holding AG hält nach der Abspaltung 100% der Anteile an der Daimler Truck AG.

International Securities Identification Number (ISIN): DE000DTR0CK8

Wertpapierkennnummer (WKN): DTR0CK

Ticker Symbol: DTG

• Die Aktien wurden in einem Verhältnis von 2 : 1 zugeteilt, d.h. jeder Daimler-Aktionär erhielt für je zwei Aktien von Daimler AG eine Aktie von der Daimler Truck Holding AG.

Das Zuteilungsverhältnis wurde maßgeblich durch das zukünftige Grundkapital der Daimler Truck Holding AG, deren Aktienanzahl und schließlich dadurch bestimmt, dass sich die Abspaltung auf eine Beteiligung von insgesamt 65 % der Daimler-Truck-Aktien bezieht. Die Höhe des Grundkapitals der Daimler Truck Holding AG steht nach Überzeugung der beteiligten Rechtsträger in einem angemessenen Verhältnis zum Eigenkapital und der erwarteten Marktkapitalisierung der Daimler Truck Holding AG und spiegelt auch die relativen Größenverhältnisse des übertragenden und des aufnehmenden Rechtsträgers angemessen wider. Bei der Festlegung des Grundkapitals und der Aktienanzahl wurde berücksichtigt, dass der künftige Aktienkurs der Daimler Truck Holding AG in einer für Privatanleger und institutionelle Investoren gleichermaßen attraktiven Spanne liegen soll.

Aufgrund des vorgenannten Zuteilungsverhältnisses von 2 : 1 ergaben sich jeweils Aktienspitzen (Teilrechte), sofern Depotbestände in Daimler-Aktien nicht glatt durch zwei teilbar waren. Die betroffenen Aktionäre der Daimler AG erhielten dann Teilrechte an einer Aktie der Daimler Truck Holding AG. Da aus Teilrechten grundsätzlich keine Aktionärsrechte geltend gemacht werden können (vgl. § 213 Abs. 2 AktG), bemüht sich die zentrale Abwicklungsstelle zusammen mit den Depotbanken, einen Ausgleich zwischen den Inhabern der Teilrechte zu vermitteln, sodass diese Inhaber die Möglichkeit haben, Teilrechte zu veräußern oder entsprechende Teilrechte zur Aufstockung auf ein Vollrecht zu erwerben. Eine Arrondierung zu Vollrechten (sog. Spitzenregulierung) setzt einen entsprechenden Kauf- oder Verkaufsauftrag voraus. Es ist damit zu rechnen, dass im Einzelfall Banken, insbesondere im Ausland, an einer Spitzenregulierung nicht mitwirken oder entsprechende Aufträge nicht annehmen.

Soweit Aufträge zur Arrondierung der Teilrechte zu Vollrechten nicht erteilt werden oder eine Arrondierung zu Vollrechten aufgrund der erteilten Aufträge nicht möglich ist, wird der Treuhänder zu einem noch festzulegenden Zeitpunkt die auf Daimler-Aktien zugeteilten und dann noch nicht zu Vollrechten zusammengefassten Teilrechte auf Aktien der Daimler Truck Holding AG zu Vollrechten (Aktien) der Daimler Truck Holding AG zusammenführen und über die Börse veräußern. Der Verkaufserlös wird sodann den betroffenen Inhabern der Teilrechte im Verhältnis der auf sie entfallenden Teilrechte gutgeschrieben. Die Teilrechteregulierung erfolgt für die Berechtigten, die ihre Daimler-Aktien auf Depots in Deutschland halten, provisions- und spesenfrei. Für Aktionäre, die ihre Daimler-Aktien auf Depots im Ausland halten, fallen gegebenenfalls Provisionen und Spesen aufgrund der bestehenden Vereinbarungen mit dem depotführenden Institut an.

Die Feststellung, wer für Zwecke der Zuteilung Daimler-Aktionär war, erfolgte seitens der Depotbanken an dem Tag, an dem die Abspaltung durch Registereintrag im Handelsregister der Daimler AG wirksam wurde abends auf der Basis der jeweiligen Depotbestände in Daimler-Aktien unter Berücksichtigung offener Börsengeschäfte. Dies war der 9. Dezember 2021.

Die Daimler AG hat die Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main, als Treuhänder gemäß § 125 Satz 1 i.V.m. § 71 Abs. 1 UmwG für den Empfang der zu gewährenden Aktien der Daimler Truck Holding AG und deren Aushändigung an die berechtigten Aktionäre bestellt. Der Treuhänder nahm vor dem Wirksamwerden der Abspaltung die an die Aktionäre der Daimler AG auszugebenden Aktien der Daimler Truck Holding AG in Besitz und stellte sie diesen zeitnah nach dem Wirksamwerden der Abspaltung entsprechend dem im Spaltungsvertrag festgelegten Zuteilungsverhältnis von 2 : 1 zur Verfügung.

Die Zuteilung der Aktien an der Daimler Truck Holding AG erfolgte für die berechtigten Aktionäre der Daimler AG, deren Aktien sich in Girosammelverwahrung befanden, über die Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, bezogen auf die einzelnen Depots im Verhältnis 2 : 1 mittels Depotgutschrift durch die jeweilige Depotbank. In diesem Fall mussten die Daimler-Aktionäre – abgesehen von einer eventuellen Regulierung der Spitzenbeträge (Aktienteilrechte  s. Frage & Antwort: Was passiert mit den Daimler-Aktionären, die eine ungerade Anzahl an Aktien halten?) – hinsichtlich der Zuteilung der Aktien an der Daimler Truck Holding AG nichts weiter zu veranlassen.

Nein. Sie erhielten für alle Daimler-Aktien auf Basis des jeweiligen Depotbestands am Tag des Wirksamwerdens der Abspaltung Aktien von der Daimler Truck Holding AG im Verhältnis 2 : 1, unabhängig davon, bei welcher Bank das jeweilige Depot geführt wurde.

Die Zuteilung von den Aktien war für die zuteilungsberechtigten Aktionäre, die ihre Aktien auf Depots in Deutschland halten, provisions- und spesenfrei. Bei Depots im Ausland fielen gegebenenfalls Provisionen und Spesen an.

Nein, die Zuteilung erfolgte aufgrund des Wirksamwerdens der Abspaltung automatisch. Es steht Ihnen jedoch frei, die Daimler-Truck-Aktien nach der Zuteilung zu veräußern.

Der Kurs der Daimler-Truck-Aktie wurde ab dem ersten Handelstag im gewöhnlichen Börsenhandel ermittelt und hing vom Angebot und der Nachfrage nach Daimler-Truck-Aktien ab. Die erste Preisfeststellung eines Handelstages erfolgte in einer Eröffnungsauktion Im XETRA-Handelssystem der Börse Frankfurt.

Sämtliche Aktien der Daimler Truck Holding AG wurden umgehend nach dem Wirksamwerden der Abspaltung am Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse und zusätzlich im Teilbereich des Regulierten Markts mit weiteren Zulassungspflichten (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen.

Die geplante Transaktion soll steuerliche Nachteile für Daimler-Aktionäre soweit wie möglich vermeiden. Für Daimler-Aktionäre, die nicht in Deutschland steuerpflichtig sind, bestimmten sich die steuerlichen Folgen der Transaktion nach dem Recht ihres Ansässigkeitsstaats. Für die in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtigen Daimler-Aktionäre ergeben sich die steuerlichen Auswirkungen allgemein aus dem veröffentlichten gemeinsamen Abspaltungs- und Ausgliederungsbericht (Spaltungsbericht) der Daimler AG und der Daimler Truck Holding AG (siehe insbesondere Rz. 699 ff.). Hiernach hängt die Besteuerung unter anderem davon ab, ob die Daimler-Aktien einem steuerlichen Betriebsvermögen zuzuordnen sind oder im Privatvermögen gehalten werden. Soweit die Aktien im Privatvermögen gehalten werden, kann bei Beteiligungen von unter 1% grundsätzlich von einer Steuerneutralität des Vorgangs ausgegangen werden (s. insbesondere Rz. 709 ff.). Weitergehende Information sind im Börsenprospekt unter dem Punkt 18.2. zu finden. Die konkreten steuerlichen Auswirkungen hängen jedoch stets von der individuellen Situation der Aktionäre ab. Hierzu können und dürfen von unserer Seite keine Aussagen getroffen werden. Für konkrete Einzelfragen empfehlen wir daher eine steuerliche Beratung einzuholen.

Daimler Truck fokussiert sich darauf, Werte für Aktionäre zu schaffen. Die Hauptversammlung stimmt grundsätzlich über die Verwendung des Bilanzgewinns ab. Es wird eine Dividendenausschüttungspolitik von 40% angestrebt.

Fragen & Antworten Zeitleiste

Die Börsennotierung der Daimler Truck Holding AG erfolgte am 10. Dezember 2021.

Vor der Abspaltung mussten unterschiedliche rechtliche und organisatorische Schritte getan werden. Ein wichtiger Meilenstein für die Abspaltung des Nutzfahrzeuggeschäfts und die anschließende Börsennotierung der Daimler Truck Holding AG als eigenständiges Unternehmen war die Zustimmung der Aktionäre der Daimler AG bei deren außerordentlicher Hauptversammlung am 1. Oktober 2021 (99,90% des vertretenen Grundkapitals sprachen sich dafür aus). Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Billigung des Börsenprospekts durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).

Daimler hält eine Minderheitsbeteiligung von 35 % an der Daimler Truck Holding AG, wovon 5 % an den Daimler Pension Trust e.V. transferiert werden.

Die Daimler AG beabsichtigt sich im Zusammenhang mit der Separierung des Nutzfahrzeuggeschäfts nicht vollständig vom Nutzfahrzeuggeschäft zu trennen, sondern die Daimler Truck Holding AG bei der Transformation als Ankeraktionär in einem längeren Übergangszeitraum zu unterstützen und somit zugleich an zukünftigen Wertsteigerungspotentialen zu partizipieren. Da die Daimler AG ihre zukünftige Beteiligung an der Daimler Truck Holding AG vor diesem Hintergrund als wesentliche Beteiligung betrachtet, hat sie sich gegenüber der Daimler Truck Holding AG verpflichtet, 36 Monate nach dem ersten Handelstag der Daimler-Truck-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse ("Lock-up-Periode") keine Aktien von der Daimler Truck Holding AG zu veräußern. Weitergehende Informationen sind im Börsenprospekt von der Daimler Truck Holding AG (siehe Ziffer 11.1.1.1.3.) und im Abspaltungs- und Ausgliederungsbericht (Spaltungsbericht) von der Daimler AG und Daimler Truck Holding AG zu finden (siehe Rz. 960f.).

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